hofberichterstattung

Dienstag, 15. Dezember 2009

liebe ist ein stück blutiges rinderherz

Ich seh ihn gerne grinsen, diesen jungen Mann mit der seltsamen Mütze, der Tag ein, Tag aus hinter der Fleischtheke des Marktstandes steht.

Den, der sagt "Wir sind Tschetschenen, aber nicht so wie in Zeitung steht." Und dann lacht er und der Vater mit dem Goldzahnmund lacht auch, dabei hat er kaum ein Wort verstanden.

"Schuld ich noch ein Euro Sie - letzte Mal" grinst der Goldzahnvater, der mir immer schon aus der Ferne winkt, dabei wollt ich ihn den doch gar nicht mehr zurück, schließlich packt der Mützensohn mir immer Lammrippen und Fett extra dazu.

"6 Kilo Kutteln bitte und... warten Sie... ich hab nur 15 Euro mit."

"Zahlen Sie nächste Mal."

"Nein, das ist mir peinlich... aber ... 4 Kilo Herz, das geht sich aus."

Er legt ein wohl quadratmetergroßes Stück Rindermagen auf die Waage und hebt ein halbes Herz, so groß wie mein Kopf, aus der Kühlvitrine.

"Soll ich schneiden?"

"Ja bitte!" sage ich und mir wird ganz warm um den Brustmuskel, so sorgfältig teilt er das Herz in hundemundgerechte Stücke, der ewiggrinsende Junge.

"Vielen Dank, das ist sehr nett von Ihnen" sage ich, weil er meine Einkäufe immer zerkleinert und hackt, den Schlund, die Knochen, Milz und Leber, und weil er mir auch Schlachtabfälle und ungewaschenen Pansen aufhebt, die ein Metzger nicht verkaufen dürfte, immer ohne Aufpreis.

"Bitte. Wenn alle Kunden so sind wie Sie, wäre schön." sagt er und grinst.

"Ich komme ja wieder." entgegne ich so kokett, wie man mit drei schmutzigen Hunden an der Leine, einer triefenden Nase und schlammbesudelter Jacke nur sein kann, und bin ein wenig gerührt.

"Ich werde wahrscheinlich meine ganze Leben hier stehen, an diese Stand."

"Dann werd ich mein ganzes Leben bei Ihnen einkaufen."

Nun grinsen wir beide.

Ich schultere mein wöchentliches Rücken-Workout, der Goldzahnmann winkt mir hinterher, als ich in die Dunkelheit hinaus marschiere, der Grinsejunge grinst und ich - ich bin ein bisschen verliebt.

Kundenbindung at its best.

Sonntag, 13. Dezember 2009

hausfrauentipp der woche

Sollten sie zu faul beschäftigt sein, die Vorhangstange, welche sich aus ihrer notdürftigen Verankerung gelöst hat, erneut zu befestigen und es deshalb vorziehen, im Dunkeln zu kochen und zu essen, um den Nachbarn keinen Einblick in ihr Privatleben und auf ihre voyeuristischen Neigungen ornithologische Forschung vom Fensterbrett aus (mein liebster schräger Vogel ist ja die gardinen- und hemmungslose Nachbarin von direkt gegenüber) zu gewähren, dann stellen sie sicher, dass sie nach dem Spaghettikochen auch das Spülbecken durch Abtasten auf Nudelrückstände kontrollieren, sonst könnte ihre Portion überraschend klein ausfallen und sie würden womöglich völlig falsche Vorstellungen vom küchengebräuchlichen Begriff reduzieren lassen gewinnen, oder irgendwas von Schrumpfnudeln phantasieren.

Hausfrauentipps

Mittwoch, 9. Dezember 2009

beauty parlor

Monatelang darauf konditioniert, bei Badbenützung das Licht am Flur zur indirekten Beleuchtung zu nutzen, muss ich meine Gewohnheiten plötzlich umschulen. Licht und Sicht im Bad!

(Ich gestehe, ein kleinwenig stolzerfüllt war ich schon, einen so wunderbar spartanischen Junggesellenwaschraum mein Eigen zu nennen. Genderneutrales Wodkaglas mit Zahnbürste und einer flachgepressten Zahnpastatube, Seife für Wohlgeruch und Sauberkeit, was braucht der Mensch mehr? )

Luxuriös alibertbestrahlt hab ich nun Klarsicht auf mein hygienisches, selbstverschönerndes Treiben. Doch ich schwöre - diese fiese Augenfalte z.B., die war letzte Woche noch nicht vorhanden! Ich muss über Nacht rapide gealtert sein. Progeria soll ja in den besten Familien vorkommen. (Auch wenn ich niemals geahnt hätte, dass ich sowas mal freiwillig und voll Ernst verkünden würde: aber ich hab die beste Familie von allen! - Wo sonst herrscht eine solche Einigkeit darüber, dass den Baustellensoundtrack einzig der countryschunkelnde Herr Williams liefern kann, nur zeitweilig playlistabgelöst vom Herrn Cash.)


Sie sieht nun, was sie tut!

Donnerstag, 3. Dezember 2009

lucid stupor

So ein winterliches Wachkoma fördert das ohnehin übermäßig ausgeprägte Bedürfnis nach Geselligkeit ungemein.

Den Morgenkaffee anglotzen. Kühlschrank auf- und gleich wieder zumachen.

Stundenlang ins elektrifizierte Weltenfenster starren - Aber ohne das bissl soziale virtuelle Interaktion liegt einem das Hirn noch komplett wund.

Montag, 30. November 2009

die reizlosigkeit des alltäglichen

Wohin die Zeiten, als ich in den allgemeinen Tenor der Montagsmüdigkeit miteinstimmen konnte?

Wenn man den Beginn des Wochenendes nur mehr an den, aus zeitungsspendenden Plastiksäcken gefischten im Studentenabo bezogenen Qualitätsprintmedien und deren Wochenendbeilage erkennt, oder daran, dass die Dichte freilaufenden Idiotenpacks plötzlich noch höher liegt als üblich, obwohl man gar nicht im menschenüberquellenden Supermarkt seine überflüssige Zeit vertrödelt, trotzdem man sonst nichts flüssig hat, weil der nämlich aus unerfindlichen Gründen geschlossen hält, dann hat man anderntags irgendwie auch keine rechte Lust mehr, ins Montagslamento zu verfallen.

Ist ja irgendwie eh alle Tag Sonntag im Huberhaus, bloß manchmal mit einkaufen.



Auch der virtuelle Musikfernsehlieferant ist nicht unfehlbar, Sunday`s slave by Nick Cave hätt ich Ihnen eigentlich lieber bebildert vorträllern lassen.

Mittwoch, 25. November 2009

laufen lernen

Wenn der Postmann zwei Mal klingelt, dann hat das selten gute Gründe. Glücklicherweise hab ich gar keine Türglocke.

Dennoch sind die Zeiten vorbei, als mich jedes Geräusch außerhalb der eigenen vier Wände den Atem anhalten lies, bis kurz vorm panischen Erstickungstod. Als ich nur mehr nachts und auf Zehenspitzen durch die Flure huschte - die Wohnungsvermüllung eine Ausstülpung des Seelenzustandes, der Befüllungsgrad des Postfachs ein Indikator der Verzweiflung und Resignation.

Sie können mir nichts mehr nehmen. Seither kann ich wieder atmen.

Ich mag mittlerweile diese gelben Benachrichtungszettel im Postkasten, die einen behutsam auf schlechte Nachrichten vorbereiten. Unpersönlich, diskret, wegwerfbar. Gelbe Zettel, blaue Briefe. So läuft das. Immer noch.

Und dann bestell ich mir Schuhe, mit denen kein Mensch gehen kann. Untragbarer Luxus. Diesmal hab ich dem Postmann zum ersten Mal die Tür geöffnet.


(Ach, falls jemand etwas unverlegten Parkettboden übrig hat...)



Monique macht auf Erotik.

The Fetish Series:

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Sonntag, 22. November 2009

hausfrauentipp der woche

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Im wundersamen Welten-Web begegnet man den wüstesten Abscheulichkeiten und ich spreche hier nur von Layoutgestaltung.

Wenn`s einem wahrlich zu bunt wird, kann man durchaus in Erwägung ziehen, so alle 3-4 Jahre mal, ein Software-Update durchzuführen und die Webbrause zu entkalken.

Und siehe, manch optisches Brechmittel erstrahlt in ungeahntem, neuen Glanz. Die eigenen Layoutumgestaltungsüberlegungen erledigen sich gleich im selben Aufwasch. (Dennoch sei erwähnt, dass diese hausbackene Rezeptur leider nur gegen leichte Formen der Bildschirmverschmutzung hilft. In besonders hartnäckigen Fällen empfehle ich gerne Danchlor.)

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Kein Beitrag aus der Kategorie: Frauen und Technik

Mittwoch, 18. November 2009

autumn, fall down on me

there is no cure for this familiar disease.

alle jahre wieder.

Dienstag, 17. November 2009

boys don`t cry

as long as there is prozac


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...don't call the doctors
cause they've seen it all before
they'll say
just
let
her
crash
and
burn
she'll learn
the attention just encourages her
...

Freitag, 13. November 2009

leinen los

Sich seinen Fleischerwerb durch semiprofessionelles Fremdhundbespaßen zu verdingen, birgt den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass die Arbeit morgens gebracht wird und sich erst mal 4 Stunden schlafen legt.

privataudienz

Du bist nicht angemeldet.

der pöbel unter sich

von welchem trottel
sprechen sie jetzt? jolene? dem rhesusäffchen?...
MoniqueChantalHuber - 16. Dez, 02:25
besser auf der zunge
als im gesicht. ich weiß wovon ich spreche. haben...
MoniqueChantalHuber - 16. Dez, 02:21
ah ja :) im "blöd...
ah ja :) im "blöd dreinschaun" raufen die beiden...
Judith123 - 16. Dez, 02:20
wenn ich den Ar........
wenn ich den Ar..... erwisch, der das Gerücht...
Judith123 - 16. Dez, 02:19
hab ich mir schon gedacht
dass der herr nitsch irgendwann in seiner jugend mal...
MoniqueChantalHuber - 16. Dez, 02:16
Frösche sind praktisch! Man...
Frösche sind praktisch! Man kann sie küssen...
Judith123 - 16. Dez, 02:12
natürlich
ich tippe mit meinem knebel. sehen sie, deshalb halt...
MoniqueChantalHuber - 16. Dez, 02:10
mhm - sie leicht auch? ganz...
mhm - sie leicht auch? ganz was anderes - die Wettervorschau...
Judith123 - 16. Dez, 02:06
sie
sitzen auch immer in zwangsjacke vorm computer?
MoniqueChantalHuber - 16. Dez, 02:02
ich will ja auch nicht...
ich will ja auch nicht fremdversorgt werden. Aber da...
Judith123 - 16. Dez, 02:00

kundmachung

dieser weblog basiert im wesentlichen auf texten, fotos sowie illustrationen von MoniqueChantalHuber und alter egos. moralisch inakzeptable wortmeldungen, sofern sie nicht der feder ihrer majestät entspringen, werden mitsamt verfasser an den pranger gestellt, gevierteilt oder am scheiterhaufen verbrannt. die zensurgewalt von MCH bezieht sich jedoch bedauerlicherweise nur auf ungehörige kommentare innerhalb ihres hoheitsgebietes. und legasthenie ist lediglich ein schönheitsfehler.

korrespondenz

moniquechantalhuber yahoo.de

adel verpflichtet

Online seit 989 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 16. Dez, 03:11

lookin´ for a prince, horse or castle?