Natürlich hat sie recht, meine Bank, mit € 1,05 werd ich heut nicht weit kommen. Aber man muss mir finanzschwachen Weibsperson doch nicht gleich alle Hoffnung nehmen:
Der Schlüpfrigkeitspegel in diesem ansonsten höchst züchtigen, durch und durch keuschen Weblog steht momentan auffällig hoch. Ich verbitte mir allerdings, daraus Rückschlüsse auf meine aktuelle hormonelle Verfassung abzuleiten!
Merke!: wenn Du im Bad rohe Fischköpfe an das Hundsgesindel verfütterst, vermeide für zumindest 24 Stunden Herrenbesuch auch nur in Erwägung zu ziehen. Danchlor und Räucherstäbchen erweisen sich als chancenlos im Kampf gegen Fischgeruch an Fliesen, Hunden und Fingern.
Ach, und kennen Sie den: " Was sagt ein Blinder, wenn er an einer Fischfabrik... " Nein, das geht jetzt eindeutig zu weit! Pfuipfuipfui! Außerdem müsst ich dann zugeben, dass ich den jahrelang einfach nicht kapiert hab.
die derzeit ungewohnt hohe beitragsdichte lässt sich in erster linie damit erklären, dass das frln. huber sich vorerst auf`s fernstudium verlegt hat, also alles, nur keine uni.
bloß:
männer - doof
menschen - doof
hunde - doof
morgens aufstehen - doof
morgens liegenblieben - doof
rausgehen - doof
daheim bleiben - doof
internet - doof
3 packungen zigaretten am tag rauchen - extrem doof
so ein allumfassender grant will ordentlich zelebriert werden, sonst macht`s ja keinen spaß.
irrer blick beim passanten anpöbeln inkludiert. ist ja grad mal nicht einfach nur weltidiotentag, nein, die welt da draußen begeht überhaupt gleich die volldebilen-festwochen, da bleibt selbst einem sanftmütigen kerlchen wie mir wenig übrig, als von zeit zu zeit, unter ordinär gespicktem gebrülle, ein kleinwenig die fassung zu verlieren.
leider bietet die hubersche hauptrückzugsbastion aber wenig gelegenheit zur auslebung sozialer aggression. ausm küchenfenster spucken vielleicht?
und zwischendurch ein bisschen hiervon, das beruhigt.
Der ländlich sozialisierte Mensch bemüht sich auch im Großstadttrubel redlich um ein reibungsloses Miteinander in der Nachbarschaft, zumal wenn er, als optisches Unikum im Gemeindebau, ohnedies unter kritischer Beobachtung steht.
Und so marschiert man, ein wenig übermütig gelaunt, zur alten Dame (70+) von nebenan, um die essentiellen Dinge des Zusammenlebens im selben Stockwerk zu klären:
Falls Sie meine Hunde mal jaulen hören, wenn ich nicht da bin, dann wär es sehr nett, wenn Sie mich davon in Kenntnis setzen. Ich möchte eigentlich nicht, dass sich jemand dadurch belästigt fühlt.
Nein, ich hör sie wirklich nicht, die sind sehr brav. Aber hören Sie eigentlich meinen Fernseher, ich schalt schon immer extra leise.
Nein, davon hör ich gar nichts... aber... hm... was ich schon ansprechen möcht, Frau Wittek, immer diese Parties bis 4 Uhr morgens...
Ich werde versuchen, mich einzuschränken.
Und... Ich mein, es geht mich ja nichts an, aber diese 17 jungen Männer, die regelmäßig zu Ihnen zu Besuch kommen... hm... können Sie die nicht mal bei mir vorbeischicken?
Sicher nicht, Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass die dann nochmal zu mir kommen?!
... es kann eigentlich gar nicht mehr schlimmer kommen, dann bist du ein verdammter optimist!
erst mal wunden lecken und verbinden, staub abschütteln, aufrappeln und haltung wieder finden... und vielleicht irgendwann doch schreiben, darüber, was für ein gemeines, hinterhältiges, schadenfrohes miststück das leben ist, oder auch ganz was anderes...
Ich werd den türkischen Kebapmann, der mir manchmal einfach Ayran extra dazupackt, den russischen Pizzamann, der über die türkischen Pizzen schimpft und den italienischen Eismann mit dem Charme einer Tonne flüssigen Stickstoffs vermissen.
Die sauren Schwaden, die der Wind von der Brauerei her weht, ohne die kann ich leben und auch damit, dass ich wohl nie erfahren werde, warum im sechzehnten Hieb soviel Brot auf der Straße liegt.
Die Vorrecherche im Umfeld des monströsen stadtstaatlichen Gebäudekomplexes bestätigten meine Vorurteile voll und ganz.
Dicke, alte Männer die um 9 Uhr morgens in gewischtechnikt terracottagetünchten Beisln hocken, wo auf birkeimitatenen Vitrinen Sportpokale thronen, die von Erfolgen zeugen, die nicht einmal dem Bezirksblatt berichtenswert erschienen.
Heute liest Österreich die Kronenzeitung, trinkt dazu das zweite Krügl Bier oder eine Melange und bedauert den Sittenverfall der Jugend.
Mit Migrationshintergrund sagen sie, gar nimmer Tschuschen, erstaunlich.
Die Pitbulldichte ist enorm.
Das Altweiberaufkommen, sowohl am Gehstock, als auch am Fensterbrett ebenfalls.
Der durchschnittliche Straßenbahnkontrolleur hat gewiss reichlich Erfahrung mit Rechtfertigungen bezüglich unerlaubter Mitfahrt ohne gültigen Fahrscheins.
Eine Reaktion hierauf hätte mich, da persönlich involviert, jedoch brennend interessiert:
"Wissen Sie was?
Ich wollt gerade beim Polizeiposten meine letzten 35 Euro einzahlen, um zu verhindern, dass mich die Kieberei von daheim abholt. Ich bin nämlich mit der Bezahlung einer Geldstrafe überfällig, übrigens dafür, weil ich im Winter mal beim Schwarzfahren erwischt wurde, da ich kein Geld mehr für einen Fahrschein hatte, bei Nichtbezahlung muss ich eine Ersatzfreiheitsstrafe von 35 Stunden absitzen.
Erst hab ich mir gedacht ich geh halt einfach ins Gefängnis, zu Investigationszwecken, da war ich noch nie, vielleicht hätt ich ja darüber schreiben können. Ich schreib nämlich an einem Weblog. Hauptsächlich um nicht den Verstand zu verlieren.
Aber ich hab niemanden, der sich so lange um die Hunde kümmert. Es ist natürlich völlig absurd, sich in meiner Situation noch drei Hunde zu halten, den einen da, ohne Beißkorb, hab ich erst seit einer Woche. Man wird ein bisschen für asozial gehalten mit so vielen Viechern. Aber ich würd verzweifeln, wenn ich die drei nicht hätte.
Mit drei Hunden hab ich keine Zeit ins Grübeln zu verfallen und ich muss raus. Täglich. Sonst passiert es mir wieder, dass ich einfach ein dreiviertel Jahr nur mehr auf meinem Bett lebe, ohne dass es mir auffällt.
Gut, ich bin allerdings so vollgepumpt mit Antidepressiva, dass ich eh nimmer so viel schlafen kann wie früher.
Aber ich muss raus, wegen der Hunde und weil mir sonst die Decke auf den Kopf fällt. Weil ich Angst hab zu ersticken, wenn ich nichts unternehmen kann. Weil ich fürcht` irgendwann den Zugang zum normalen Leben vollends zu verlieren.
Dass Sie mich jetzt beim Schwarzfahren erwischen, ist ja noch das geringste meiner Probleme. Sie können schon gern einen Erlagschein ausfüllen, aber eigentlich können Sie sich den behalten. Ich kann sowieso nicht bezahlen.
Genausowenig wie ich die 54. 804, 32 Euro bezahlen kann, die das Inkassobüro von mir will. Da hab ich letzte Woche den Brief bekommen. Regressforderung von meiner Versicherung. Weil mir vor 3 Jahren ein Radfahrer ins Auto reingefahren ist. Der hatte nur dummerweise den besseren Anwalt. Schmerzensgeld und Behandlungskosten.
Die Regressforderung wird womöglich so eh nicht durchgehen, die probieren halt einfach, ob sie mich einschüchtern können, aber bei meiner Bank z.b. hab ich keine Chance mehr. Kredit ist mir vor drei Wochen schon fällig gestellt worden. Ich konnt die Rate nicht mehr bezahlen, weil ich von meinen mies bezahlten Aushilfsjobs kaum leben hab können. 5 Euro die Stunde für einen Scheißjob. Ohne Versicherung oder sonstige Sozialleistungen.
Jetzt bin ich ja für ein Jahr arbeitsunfähig geschrieben, wegen meiner Depressionen und weil ich mein Leben nimmer in den Griff gekriegt hab. Ich bezieh mein Geld jetzt vom Sozialamt.
In Österreich liegt die Armutsgrenze ja bei ca. 780 Euro im Monat, ich krieg 769,-. Diesmal hab ich gleich drei Monate im Voraus ausbezahlt bekommen, aber davon musste ich die überfällige Miete bezahlen und die offenen Stromrechnungen. Wobei ich mich schon frag, wozu ich eigentlich noch Miete zahl.
Mein Vermieter hat die Delogierungsklage eingereicht. Bis 13. Mai muss ich meine Wohnung räumen. Ich hab allerdings noch nicht die geringste Ahnung, wo ich dann leben werde.
Zumindest versuch ich so gefasst zu bleiben, dass ich dieses blöde Arschloch von Vermieter umgekehrt auf Mietherabsetzung verklage, meine Wohnung ist ein überteuertes Loch und wenn man gegenrechnet, was der in den vergangenen Jahren unrechtmäßig zuviel verlangt hat, sind ungefähr die Anwaltskosten gedeckt, die auch schon zur Exekution stehen.
Einmal hätt´er mich ja schon rauswerfen wollen, im Sommer. Da war ich schwanger und mein Chef hat mich aus meinem Job rausgeekelt, weil er Angst hatte, eine Schwangere zu beschäftigen.
Also musste ich um Arbeitslosengeld ansuchen. Allerdings hab ich mir das Geld nicht aufs Konto überweisen lassen können, weil mein Überziehungsrahmen auch schon fällig gestellt wurde, weil ich lange Zeit zu geringe Kontoeingänge hatte und wegen der Lohnpfändungen die sich angesammelt haben, weil ich keinen regulären Job gefunden hab.
Ich hab mir das AMS-Geld per Postanweisung schicken lassen, damit ich überhaupt darauf zugreifen konnte. Das hat aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht funktioniert und ich hab fast drei Monate auf meine Geld gewartet und halt nebenbei wieder schwarz gejobbt, um wenigsten Strom und Essen zu haben.
Da wollt mein Vermieter, dass ich unterschreib, binnen einem Monat auszuziehen. Hab ich nicht gemacht. „Es tut mir leid, dass sie schwanger sind.“ hat er nur gemeint und ein paar Tage später die Delogierungsklage eingereicht.
Was ich monatelang nicht wusste, nur befürchtete. Aber ich hatte panische Angst vor meinem Postkasten und hab meine Briefe nicht geöffnet, vor lauter Angst was da noch alles auf mich zukommt.
Das Baby hab` ich verloren. Danach war mir eine Weile einfach alles egal.
Jetzt wart ich schon ewig lang auf meinen Mobilpass, beantragt hab ich ihn ja schon, damit ich günstiger mit den Öffis fahren kann, obwohl ich mir saublöd vorkomm, mit 28 so marod zu sein.
Mir ist ja sogar empfohlen worden um Frühpensionierung anzusuchen, aber ich fühl mich elendig, so als Bodensatz der Gesellschaft.
Aber danke für`s zuhören. Ich glaub, eigentlich hab ich das alles noch keinem so genau erzählt."
zeit sich wieder auf die unwesentlichen dinge zu konzentrieren, weblog etwa. der verblödung im alltag mit internetoverkill gegensteuern. aber glücklicherweise lässt sich das mobile guckloch einfach abschalten, wenn`s einem doch zu dumm wird, wohingegen mein verlangen nach zumindest einer externen lautstärkeregelungsmöglichkeit bei 90% meiner mitmenschen weiterhin wunsch bleiben wird.
vielleicht sollt ich klein wieder anfangen - mit beschwingter musik z.b. hier gilt - wie wunderbar - kann man lauter, leiser und überhaupt ausstellen.
ein dank an den sippling, dessen tschechophilie mich sehr erheitert.
dieser weblog basiert im wesentlichen auf texten, fotos sowie illustrationen von MoniqueChantalHuber und alter egos.
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