balladen und minnesang

Dienstag, 4. Dezember 2007

vorweihnachtlicher unfug II

na, immerhin ist der herr mm gerade immens mitteilsam, deshalb kann ich mir eigene worte getrost sparen.


Ich steh vermummt am Glühweinstand,
bezahl den Trunk samt Häferlpfand
und spür in meinem Nacken schon
die Glühweinsäufer-Invasion.
Der Pulk in Schals und Mänteln giert
als wär das Zeug streng limitiert,
sieht aus hier wie beim Panikkauf,
in mir keimt Nachkriegsstimmung auf.
Vier Becken pressen sich an meins,
links, rechts, vorn und hinten eins,
für den Advent ist dieser Fall
mir doch etwas zu koital.
Mit meinem Häferl bahn ich mir
den Weg durchs Unterleibsgewirr.
Der gestaltet sich beschwerlich,
um nicht zu sagen brandgefährlich,
denn der sturen Menschenmasse
bin ich egal mit meiner Tasse.
Von meiner Hand tropft heißer Wein.
Der sollte zwar im Häferl sein,
doch in dieser Menschentraube
goß ich ihn auf Hand und Haube.
Vielen Dank, ich hab genug.
Hier her zu kommen war nicht klug.
Jetzt brauch ich Salbe für die Hand,
behaltet das scheiß Häferlpfand.


teil I, aus huberscher feder

Freitag, 30. November 2007

fäkalkomik

der mm. hat erneut mittels der mobilfunkoption sms etwas erheiterung in meinen alltag gebracht...

Eine Unart ist es schon:
da singt und summt das Telefon,
man geht ran und stellt sich vor,
gepresst dringt "Servus *platsch*!" ans Ohr.
Man fragt: "Hallo, wie geht`s dir so?"
Die Antwort: "Gut, ich sitz am Klo."
Ja, mancher ruft recht gern just dann,
wenn er grad scheißt, die Leute an,
ruft: "Schön, dich wieder mal zu hörn!", ein Lautes,
im Hintergrund häuft er Verdautes.
Eine Unart ist es schon!
Das macht man nicht am Telefon!
Und nun hör ich auf zu schreiben,
ich bin jetzt fertig mit entleiben,
werd nun zum rauhen Stoffe greifen
und mich rücklings sauber schleifen.
Ich wollt nicht störn,
auf wiederhörn.

Sonntag, 2. September 2007

sms balladen

ich kann es gar nicht oft genug sagen: die korrespondenz per sms wird hochgradig unterschätzt und viel zuwenig ausgereizt! oder es liegt daran, dass mir immer ganz knieweich wird, wenn mann mir spontan selbstgedichtetes unterbreitet. jedenfalls, der mm hat wieder was gesendet. hach.

Was tun, wenn man die heutige CSI Folge schon kennt? Na, Blödsinn schreiben:

Horatio der rote Held
ist der beste Mann am Feld.
Verlierst du Sperma oder Blut
bereinigst du das besser gut!
Sonst streift Herr Kane durch deinen Flur,
zupft Haare dir aus der Frisur,
stellt Fragen wo du gestern warst
und was im Garten du verscharrst.
Gefällt im deine Antwort nicht,
macht er ein grimmiges Gesicht
und sticht sofort mit scharfer Zunge
dir Bonmonts durch Herz und Lunge.
Dann wirst du um Erlösung flehen
und gerne in den Häfn gehen.
Horatio Kane, der rote Rächer,
so cool wie Lagerfeld mit Fächer.

Special Agent M


er möge mir verzeihen, dass ich sein geistiges eigentum hier ungefragt veröffentliche.

Montag, 25. Juni 2007

moniquechantal goes audio

aus der rubrik: wie umgehe ich eine schreibblockade?
is ja viel einfacher so...

minne3 (wav, 6,192 KB) still resteverwertung

Donnerstag, 10. Mai 2007

der nachbarn zwist, anleitung zur fäkaldichtung

Wo anderntags noch triste Erinnerungen gewälzt wurden, sei der werte Leser heute angeregt, sich auf sinnlose und spaßige Art die Zeit zu vertreiben, so wie es mir mein geschätzter Mobiltelefonreimpartner, Herr m.m. nahelegte.

„the neighbour says...“ nennt sich die Disziplin, welche eingangs einiger Erläuterungen bedarf:
Ziel und Zweck der arbeitszeitüberbrückenden Übung ist es, sich als jeweiliger Erdenker gereimter Zeilen in die Lage eines leidgeprüften Nachbarn zu versetzen, um aus dessen Sicht ein Leben im Umfeld des Verfassers zu schildern. Wobei darauf hingewiesen werden muss, dass Kraftausdrücke unabkömmlicher, gar essentieller, Bestandteil des Erzählten sind - Wer nun blumige Lyrik und romantische Verse bevorzugt, dem sei sowohl von der Lektüre der Beispieltexte, als auch einer Nachahmung tunlichst abgeraten!

(Wer seine sprachliche Prägung nicht im Kerngebiet der Donaumonarchie oder unter bajuwarischen Stämmen erfuhr, der mag mitunter Verständnisschwierigkeiten haben. Doch zugunsten des Reimes wurde mancherorts auf eine vollständige Transkription ins Preussische verzichtet.)

The neighbour says:
Es kracht und grummelt im Gebälk,
mir werden alle Blumen welk,
mein Gartenzwerg mit roter Mütze
kotzt seit Tagen grüne Grütze,
drei Bäume hat`s mir umgeschmissen
und die Fliegengitter z`rissen.
Anstatt Bienen, Wespen, Hummeln
hör ich wilde Bässe brummeln.
Ein Lärmgewitter wie im Krieg,
wie wenn ich zwischen Fronten lieg.
Dieser Nachbar – eine Plage!
Der muss weg hier, keine Frage!
Drum werde ich jetzt bei ihm läuten,
ihn mit dem Kürschnerfeitl häuten
und bastel daraus auf die Schnelle
für meine Ohren Trommelfelle.
Denn auch diese sind zerstört,
drum hör ich nichts mehr... unerhört!

The neigbhbour says:
Die Gegend hier war pittoresk,
ein zauberhafter Ort.
Nun aber ist es schlicht grotesk,
ich will hier nur mehr fort.
Einem Höllenschlund im Boden
entstieg grad ein Dämon,
mit HI-FI Boxen anstatt Hoden,
am Schweif ein Mikrofon!
Aus seinem Arsch, da dröhnt der Bass,
mit tausend Dezibel,
wenn der mal furzt, ist das kein Spaß
da stirbt man ziemlich schnell.
Beim Herrn M. Im Nebenhaus,
da wohnt jetzt dieses Biest.
Ich setz noch heut ein Kopfgeld aus
damit es wer erschießt.


Der Nachbar sprach zu seiner Gattin:
„Die junge Frau von Nummer acht,
bei der rumort es Tag und Nacht,
da kommen Männer in einer Tour,
mir scheint das Weib is eine Hur.
Die Wohnung ist ein Schandfleck,
Sündenpfuhl der Lüste,
das Weibsbild haust bestimmt im Dreck
(wenn des mei Alte wüsste:
einmal hab ich`s nackert gsegn,
da drüben von meim Balkon,
is ohne Gwand am Sofa glegn,
die macht das g´wiss zum Hohn!)
Das Weibsstück, des kennt kan Genierer-
die Drecksau steht bestimmt auf Vierer.
Horch! Der Lärm aus diese Zimmer
wird unerträglich, ständig schlimmer.
Wir sind ein Haus mit Anstand,
mit Sitten und Moral!
Die macht`s bestimmt im Handstand
und sicher auch oral.
Jössas na, das darf nicht sein!
Die halt ich auf, ich geh da rein!
Weil, schau, die Tür ist unversperrt.
Na, dera zeig ich, was sich ghead!
... da liegt a Brot und Dosenbier.
Das is ka Frau, des is ein Tier!
Was macht die Trutschn mit der Flex?
Nimmt`s die als Utensil beim Sex?
Halt, da kommt grad wer um`s Eck.
Sei still und rühr dich ned vom Fleck.
Na, schau, des is der Maurer Sepp.
Was macht der da, der alte Depp?
Pfui, grauslig was die Frau ois bumst!
Wo willst denn hin? Da gemma! Kummst?!
Was sagst? Red halt nicht so leise...
Das meinst nicht ernst?! Nein, wirklich? Scheiße!
Du sagst, die ist nicht ungeniert?
Da is`s nur laut, weil`s renoviert?

Mittwoch, 25. April 2007

vorweihnachtlicher unfug

Jungfrau Maria die gebar
ein Kind, das wirklich hässlich war.
Drei Waisen aus dem Orient
die folgten ihren Schreien.
Josef hat all das verpennt
und fragte, wer sie seien.
Heut morgen war ein gelber Stern
in Melchiors Unterwäsche,
(er wechselt sie nicht allzugern)
doch fanden wir recht fesche,
die hing dort hinterm Dornenstrauch.
Melchior gefiel se, dem Kaspar auch.
Drum hat er sie gleich angezogen,
da ertönt Gebrüll, ganz ungelogen:
wir dachten `s gäb ein Freudenfest.

erwiderte das Lumpenpack
und packt den Mutterkuchenrest
in einen groben Jutesack.
Wir nehmen mit, was keiner braucht
- das wird dann am Bazar verkauft -
und investiern den Reinerlös
in Weihrauch und auch Myrre.

Der Josef blickte generös
und sprach: „Wenn ich nicht ürre,
dann seid ihr drei recht mittellos,
nehmt auch das Kind, mir ist`s zu groß.


denn merke: nächstes weihnachten kommt früher als nächstes ostern... auch diesmal wieder aus der bis dato literarisch bedeutungslosen kategorie sms-spontan-dichtung. (wer braucht schon versmaß, durchgängiges reimschema oder logische handlung?)

Freitag, 20. April 2007

aus der kategorie frühwerke

Sättigung, dies Wohlgefühl
verlangt Geschick und auch Kalkül,
denn nicht wie einst in Höhlenwänden
verzehrt die Nahrung man mit Händen.
So schmaust der Asiate froh
mit Stäbchen und im Kimono
Der, jener sich mehr westlich zeigt,
zum Gebrauch der Gabel neigt,
die beinahe unentbehrlich
zuweilen jedoch auch gefährlich
(Weswegen man, solang bemuttert,
den Brei von einem Löffel futtert).
Es fasst der Mensch nun den Beschluss,
dass der ja etwas essen muss.
Dies Denken wird bald sehr zentriert
ist die Mahlzeit erst serviert.
Und olfaktorischer Genuss
beschert der ersten Speichelfluss.

Wird Nahrung in den Mund geschoben,
beisst man von unten und von oben,
dem Fallbeil gleich und ganz im Nu
mit Schneidezähnen kräftig zu.
Somit wäre der erste Bissen
noch nicht gekaut, doch abgerissen.
Die Happen bleiben nicht wo sie waren,
die Zunge schiebt zu den Molaren.
Dort wird zermalmt, gequetscht, gekaut,
doch lange noch nicht endverdaut.
Da unsrem Gaumen Nahrung schmeichelt
wird diese gründlich eingespeichelt.
Hernach rutscht durch den Rachenschlund
der Brei hinab zum Magengrund,
wird peristaltisch durchgerührt,
angesäuert und püriert.
(Das Zwerchfell drückt im Oberbauch
fallweis´ den Verdauungsschlauch.
Dann stösst’s sauer auf vom Magen,
der Saft reizt stark den Oesophagen.
Man spürt’s sofort – dies ist kein Jux!
Der Terminus hierfür: Reflux)
Vom Magen weg führt eine Pforte
zum weit entfernten Ausgangsorte.
Im Zwölffingerdarm wirken die Kräfte
der Gallen- und Pankreassäfte.
Die Brühe welche übrig bleibt,
wird vom Dünndarm einverleibt.
Kommt sie so einhergeschwommen
wird sie von Zotten aufgenommen.
Dort wird der Nährwert dann entzogen
und vom Körper aufgesogen.
Ein Rest jedoch bleibt unverdaut,
zum Teil da einfach schlecht gekaut,
doch Schuld trägt nicht allein die Hast,
manch Nahrungsteil ist schlicht Ballast.
(Und unter uns – ich sag’s vertraulich,
so manches was da schwer verdaulich
zieht unter einem mords Getöse
als faules Gas durchs Darmgekröse)
Ist der Dünndarm voll passiert
wird noch der Dickdarm anvisiert.
In eben diesem wird gepresst,
was uns hernach sogleich verlässt.

Wer selbst schon mal auf Reisen war,
dem ist vermutlich sonnenklar,
dass zumeist am Weg zum Ziele
Probleme lauern – oftmals viele.
Das Sodbrennen sei da genannt,
auch Magenschmerz ist vielgekannt.
So mancher leidet an Entbehrung
der gewünschten Darmentleerung.
Im Wurmfortsatz beliebt’s Mikroben
sich entzündlich auszutoben.
Böse Bazillen setzen heiter
den Appendix unter Eiter,
bis dieser reichlich angeschwollen
und der Bauchraum aufgequollen.
Druckempfindlich und gemein
ist diese Art der Leibespein.
Begleitet wird das Seitenstechen
oftmals von heftigem Erbrechen.
Zumeist lässt es sich nicht vermeiden,
die Leibeshöhle aufzuschneiden.
Der Chirurg wird dann probieren,
den kranken Darm zu extrahieren.
Einstmals drohte die Nekrose
doch heute gibt`s gottlob Narkose.
So lässt man, ähnlich den Tonsillen,
den Blinddarm ohne Widerwillen.

Donnerstag, 12. April 2007

sms - balladen, teil vier

mm vs. mch

Schon seit dem fahlen Tageslicht
befiehlt mein Geist: „Wohlan, Gedicht!"
Erst hab Zerstreuung ich gesucht.
Mein Geist der raunte: „Schreib, verflucht!"
Gedankenschinder, elender,
bist wie ein Brand, ein schwelender!
Doch duldt’ er`s nicht, dass ich ihn schalt,
fiel mir ins Wort: „Ja, wird’s jetzt bald?!"
Nun flick ich hilflos ein Gedicht
und kenne dessen Inhalt nicht!
Dies Unwerk sinnentleerter Zeilen,
um Euch damit zu langeweilen.
Verzeiht den geistigen Erguss,
gottlob ist an der Stelle Schluss…


Seid mir gegrüßt, dem ich verwehrte,
die Antwort, die er wohl begehrte.
Entgegne nun erst diesbezüglich:
Find dies Geplänkel höchst vergnüglich!
Mein Geist, der einstmals starr und träge
wird so mit einem Male rege.
Wollt immer schon die Lanze brechen
für Menschen die in Reimen sprechen.
Obschon bald glaubt ein Jedermann,
dass er vortrefflich Dichten kann,
ist in der Menschheit großen Schar
wahres Talent wie Gold so rar.
Es sei gesagt, ganz unumwunden,
in Euch hab ich nen Schatz gefunden.
Eure Moral mag man vermissen,
kohlrabenschwarz ist Euer Wesen,
doch Worte nutzt Ihr voller Wissen,
Ihr habt bestimmt recht viel gelesen.

Bin höchst erfreut, von Euch zu hören
und werd Euch noch des öftern stören!
Von Eurer Kunst bin ich ergriffen tief,
nie derart Gespräch so wunderschön verlief!
(selbst wenn schwarzbeseelt Ihr mich des öftern heißt,
aus Eurem Munde klingt es lieb, als ob die Pantherin ermahnend,
jedoch sanft ihr Junges beißt)
Euch zu ergründen mir ein schwierig Wagnis scheint,
auch Ihr gebt wenig von Euch preis,
wer behauptet Euch zu kennen, um Euch weiß,
dies nur zum eigen Eitel meint.
Darum glücklich bin ich, legt Ihr mir Eure Zeilen dar,
denn was so schön geschrieben, ist nie gekünstelt, es ist wahr.


Schal und träg’ ist heut mein Denken,
sollt schonen Euch mit dem Versuch,
den Vers zu schaffen und zu schenken.
Doch selbst wenn trüb wie Wolkenschleier die Gedanken
und der Niederschlag draus unergiebig noch,
die Worte narrengleich mir wanken,
für Euch, mir Teure, wag ich`s doch.
Keine Springflut, nur ein sanfter Regen sei s’ der Euch umfließt.
Kann Eure Seel’ vielleicht genug benetzen, dass eine kleine Blüte sprießt.


Alsdenn finde ich hiermit Zeit,
Euch Grüße zu entrichten.
Hab endlich nun Gelegenheit
und schick mich an zu Dichten.
Um zu erfreun’ und zu erbaun’,
Euch, der Ihr siech darniederliegt,
denn schließlich macht’s die Gunst der Fraun’,
dass Frohmut Trübsinn bald obsiegt.
So bin ich Eure Sherezade,
schenk Euch tausend und ein Wort,
vertreib die Zeit, die trist und fade
und führ Euch weg an einen Ort,
der voll Geschichten, Mythen gar,
zeig Euch die Welt wie ich sie seh:
phantastisch, bunt und sonderbar,
bin gleichsam Eure Märchenfee.

Lustlos, treibend,
mit morschem Fleisch und Denken.
Starr verbleibend
im Morast
Die Lider senken.
Stumpfsinn?
Fast.
In der Stille plötzlich ein Gespinst entstand!
Wunderbar und fein gewoben…
dennoch stark, so griff ichs mit der Hand
und klomm daran nach oben.
Ich lachte auf: „Sieh einer an!"
Hing das Gespinst wie s’ war,
doch glatt an Euren frechen Lippen, an Eurer spitzen Zunge dran!
Gemacht aus Worten ganz und gar!
So bin ich schelmisch lächelnd hinters Spinnrad gleich geschlüpft,
hab ersonnen und gesponnen und dies Gedicht für Euch geknüpft.

Was sich da zusammenbraut?
Ein Reimgewitter! Gleich wird’s laut.
Die Wolken künden Heftiges,
ein Wetter gibt’s, ein kräftiges.
Die Worte werden niederprasseln,
wie Hagel an den Fenstern rasseln,
ein Vers-Sturm zerrt wild an den Läden,
reimt er sich gut, gibt’s starke Schäden!
Banausen halten dem nicht Stand
und sind in Deckung schon gerannt,
Euch aber wirfts nicht aus der Bahn,
Ihr seid das Auge im Orkan.
Gedankenblitze schlagen ein,
der Blitzableiter sollt Ihr sein,
nehmt sie, ladet Eure Zellen,
wenns nicht reicht, gleich mehr bestellen,
denn ich bin Euer Wettermann,
der s’ weiter stürmen lassen kann.


Morpheus hat mich mit seinem Banne belegt,
nichts das mich rührt, ergreift oder regt.
In seinen Armen bin ich geborgen,
er nimmt die Schwere und alle Sorgen.
Umgarnt mich mit Träumen, wohlig leicht,
wohin selbst Eure Kunst nicht reicht.
Hier hör ich Euer Rufen nicht,
wo einzig Morpheus zu mir spricht.
An meiner Liegstatt hält er Wacht,
verwandelt Tag zur tiefen Nacht.
Küsst meine Lider, wispert und singt,
so wie man Kinder zum Schlafen bringt.
Ich geb mich ihm hin, bin ihm verfallen,
oh, wie ich ihn brauch – die Ruh vor allem.

Das Kleid der Nacht, das Ihr getragen,
hat’s seinen Zauber wohl gewirkt?
Der zarte Saum aus tausend Sagen
Glückseligkeit und Frieden birgt.
Eine Magie, durch nichts zu brechen,
nicht Wort, nicht Kuss entzaubert sie.
Lasst sie erst Euer Dasein schwächen-
hernach seid mächtig Ihr wie nie.
Diesen Gedanken schick ich Euch, er darf nicht stören Eure Ruh’.
Geleit Euch zärtlich an die Schwelle,
entschwindt’, schließt Ihr die Augen zu.

Samstag, 7. April 2007

die nur anfangs traurige ballade vom schaf

steinbock
steinbock statt schaf

Es gab da mal ein kleines Schaf,
s’ war selten bockig, eher brav.
Doch auf der Weide, wie im Stall
war dieses Tier auf jeden Fall
ein regelrechter Außenseiter,
die Einsamkeit sein Wegbegleiter.

Die andern Schafe in ihrem Drang,
bekannt auch unter Herdenzwang,
behandelten das kleine Schwarze
wie aussätzig, entstellt, mit Warze.
Ach, wie sind doch Schafe dumm!
Sie nahmen ihm die Farbe krumm.

Doch wie’s so geht, zweimal im Jahr
musste die ganze Schäfchenschar
in Reih und Glied, wie an der Schnur,
zur entblößenden Totalrasur.
Allen ging’s nun an die Wolle,
nur jenes, welches aus der Rolle,
da es farblich falsch gekleidet
nun einzig nicht so nackig weidet.

Freitag, 6. April 2007

sms - balladen, dritter teil

mch vs. mm

Bescheiden sind die Verse die ich schmied
holprig und gar tölpelhaft,
Eure Bekanntschaft die ich stets mied,
ist’s, die mich plötzlich dichten macht,
denn wer nur in dreiteufels Namen
ist in der Lage solcherart
des Menschen Sprache einzurahmen?
Gewitzt, gewaltig und doch zart.
Potzblitz, nie hätte ich gedacht
den Meister je zu finden
der mich schlichtweg staunen macht
und mein Talent entschwinden.
Die Eloquenz, die Euch zueigen,
vor der zieh ich den Hut
und möchte mich verneigen,
verflixt, mein Herr, Ihr dichtet gut.

Bedauerlich und mir nicht klar,
weshalb Ihr mich meiden müsst
doch gleichauf schön und wunderbar,
dass Euch die Verse wach geküsst.
Sei’s drum, wohers kommt. Wertvoll, dass Es ist!
Wessen Meisterschaft s’ nun sei, ein jeder von uns anders misst.
Mögen Herz, das eigen Wesen, eigen Streben,
winden sich und scheuen-
das Wort, es hat sein eignes Leben.
Und ward es zu Papier gebracht, gibt’s nichts mehr zu bereuen.


Zwar seid Ihr mir gewiss recht teuer,
jedoch ein wenig ungeheuer.
Seid vieler Frauen Wangenröter,
ein Parvenü und Schwerenöter,
ein Jäger dem die Ehrfurcht fehlt vorm Wild,
der sammelnd seinen Blutdurst stillt.
Ihr seid ein Schelm und liderlich,
ein eitler Geck und widerlich.
Mich dünkt es ist noch nie gelungen,
dass jemand zu Euch durchgedrungen.
Es scheint als ob es gar nichts gibt,
das Ihr ganz wahrhaftig liebt.
Obgleich all dies nicht rühmlich scheint,
ist mein Bild besser als man meint.
Ja, ich scheue Eure Nähe
(wär lieber Sammler denn Trophäe)
doch bin ich Euch, den ich nicht kenne
und trotzdem einen Lumpen nenne,
in großem Maße zugetan,
was allein vom Geiste kam.
Denn selten findt’ man Menschenwesen,
die wortgewandt und so belesen.

Eure Worte malten mir ein Lächeln ins Gesicht.
Ihr kennt mich besser, als Ihr denkt,
so undurchdringlich bin ich nicht.
Zumindest nicht für Euren Blick-
Fassaden konnten Euch nicht trügen,
Ihr trugt sie sanft, doch sicher ab,
zu lesen in den tief’ren Zügen.
Und glaubt mir, viele waren nicht,
ob Geist ob Leib, in meiner Nähe.
Drum seid Ihr mir ein guter Stern-
und nie und nimmer die Trophäe.
Zu meinen Kostbarkeiten zähln mit Euch die Augenblicke.
Gedanken die mich leben lassen, wenn auf Reisen ich sie schicke.


Charmeur, grauslicher.

In`s Schwarze!


Mit Frauenherzen zartbesaitet
spielt Ihr eine Melodei
die lieblich klingt, doch stets begleitet
von kummervollem Wehgeschrei
Ihr wisst wie man die Saiten zupft
bringt Herzen schnell zum Schwingen
Ihr gehört geteert und dann gerupft
auf dass sie nie mehr singen
die vielen Maiden die erlagen
des Rattenfängers Spiel
und waidwund nunmehr klagen:
was zu viel ist, ist zu viel!
Ihr seid ein rechter Herzensbrecher,
Hallodri sondergleichen,
ein Minnesänger, Vielversprecher
und niemals zu erreichen.
Elender Teufel, lüstern Lurch
ihr lasst die Mägdlein schmoren
ihr seid böse durch und durch
`s ist Musik in euren Ohren
wenn sie um Euch weinen.
Ihr seid alls woran Ihr denkt,
ja man möcht gar meinen
ihr treibt dies Spiel nur zum Plaisir
ich wollt Euch nicht einmal geschenkt
Ihr seid kein Mann Ihr seid ein Tier.
Da ich dies sogleich begriff
spart Euch die Engelszungen
niemals hält Euer Würgegriff
mich je auch nur umschlungen.
Jedoch mein Herr, dies eine sag ich ehrlich:
ich wollt ich wär nur halb so dreist und ebenso gefährlich.

Geschätzte Maid, darf ich es wagen,
erneut um „senden“ anzufragen?
Denn Eure Worte, wild und wendig
erreichten mich nur unvollständig.
Ein Teufel hat die Reimgewalten
mir knapp zur Hälfte vorenthalten!
Skandal! Nochmal!

Nun wird mir der Prozess gemacht,
Ihr habt den Strick gedreht,
seid Ihr mein Henker, der da lacht,
nebst meinem Scheiterhaufen steht?
Geborst’ne Herzen wiegen schwer,
dagegen werd ich aufgewogen,
Reu zu zeigen nützt nicht mehr
(gut, gut, s’ wär ohnedies gelogen)
Verführer!
Er wird abgeführt.
Spieler!
Hat verspielt.
Gauner!
S’ hat sich ausgetrickst, mein Uhrwerk wird gestillt.
Noch einmal werd der Schelm ich sein
und mich als Frauenheld gebaren:
schenkt Euer schönstes Lächeln mir-
und lasst das Beil dann niederfahren.

privataudienz

Du bist nicht angemeldet.

der pöbel unter sich

ohh, wenn sie über...
ohh, wenn sie über den stammgast schreiben, denn...
pazamaza - 28. Jun, 12:35
Zahnarzt Dr. Zieher Augenarzt...
Zahnarzt Dr. Zieher Augenarzt Dr. Seher Psychotherapie...
nömix - 28. Jun, 09:34
Der Augenarzt Dr. K.Huck.
Der Augenarzt Dr. K.Huck.
stilhäschen - 27. Jun, 13:09
*lach* Mein Hausarzt...
*lach* Mein Hausarzt heißt Dr. Hammer
vienna-beads - 20. Jun, 09:27
Dr. Georg Freude, ärztlicher...
Dr. Georg Freude, ärztlicher Leiter des Kinderwunschzentrums...
dieJulia - 19. Jun, 16:41
Sie sind auf dem besten...
Sie sind auf dem besten Wege, einen Herrn Dr. Schein...
walhalladada - 18. Jun, 21:56
"ich pflege auch nicht...
"ich pflege auch nicht immer einen sonderlich liebevoll...
stilhäschen - 5. Jun, 10:09
Dass Alleinsein hier...
Dass Alleinsein hier die Problemverursachung darstellte,...
Anna Licht - 2. Jun, 22:12
Liebste M., mit 'adäquat...
Liebste M., mit 'adäquat reagieren' meinte ich...
Etosha - 2. Jun, 07:25
Urzeitliches Verhalten
findet sich auch allzuoft in eleganter Verbrämung...
ConAlma - 1. Jun, 10:48

kundmachung

dieser weblog basiert im wesentlichen auf texten, fotos sowie illustrationen von MoniqueChantalHuber und alter egos. moralisch inakzeptable wortmeldungen, sofern sie nicht der feder ihrer majestät entspringen, werden mitsamt verfasser an den pranger gestellt, gevierteilt oder am scheiterhaufen verbrannt. die zensurgewalt von MCH bezieht sich jedoch bedauerlicherweise nur auf ungehörige kommentare innerhalb ihres hoheitsgebietes.

korrespondenz

moniquechantalhuber yahoo.de

adel verpflichtet

Online seit 459 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 28. Jun, 12:35

lookin´ for a prince, horse or castle?